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August 2018 - Richtfest Bauverein Haidhausen am Prinz-Eugen-Park

Vertretung des Oberbürgemeisters beim Richtfest

Beim Richtfest des Bauvereins München-Haidhausen (Genossenschaft) im Prinz-Eugen-Park (Ruth-Drexel-Straße) am 23.08.2018 durfte ich den Oberbürgermeister Dieter Reiter vertreten und ein Grußwort sprechen.

Bauprojekt Ruth-Drexel-Straße 46

Meine Rede:

Vielen Dank für die Einladung zum heutigen Richtfest. Leider ist unser Oberbürgermeister Dieter Reiter terminlich verhindert und hat mich daher mit seiner Vertretung beauftragt. Ich soll Ihnen aber ausdrücklich seine besten Grüße und seinen Dank für Ihren Beitrag zur Linderung des größten Problems in der Landeshauptstadt München dem bezahlbaren Wohnen übermitteln.

Mich verbindet mit dem Bauverein München-Haidhausen sehr viel, schließlich bin ich in der Au aufgewachsen und jeden Tag am Weilerblock vorbeigelaufen. Eine Anlage mit denkmalgeschützter Fassade und einer wunderschönen roten Farbe die mir als SPD-Stadträtin natürlich besonders lieb ist an der sich die neu entstandenen Wohnungsblöcke gegenüber gerne ein Beispiel hätten nehmen können.

Ich bin immer wieder fasziniert, im parkähnlichen Innenhof des Weilerblocks den Straßenlärm hinter mir zu lassen und stattdessen zwitschernde Vögel zu hören. Mein Vater, der aus sehr einfachen Verhältnissen kam, hat uns Kindern schon vor zig Jahren erläutert, wie toll die Genossenschaftsidee und die Genossenschaftswohnungen sind. Und daran, meine sehr verehrten Damen und Herren, hat sich bis heute nichts geändert.

Der Bauverein München-Haidhausen feiert im Februar des kommenden Jahres seinen 100. Geburtstag. Die heutigen über 2.000 Genossinnen und Genossen sind also bereits die dritte Generation von Münchnerinnen und Münchnern, die in rund 1.500 Wohnungen bezahlbar, sicher und ohne Vertreibungsängste leben können.

Kein Wunder also, dass die Genossenschaftsidee in den letzten Jahren endlich wieder eine echte Renaissance erlebt.

Kein Wunder also, dass die Landeshauptstadt München nahezu alles tut, um Genossenschaften zu unterstützen und zu fördern.

Bei fast täglich steigenden Bodenpreisen keine leichte Aufgabe wie sie alle wissen. Wir in München waren die ersten, die einen Ausweg aus dem rechtlichen Zwang gefunden haben, Grundstücke nicht unter Wert zu verkaufen oder zu überlassen wie haben den konzeptionellen Mietwohnungsbau erfunden. Anders als Bund und Freistaat verkaufen wir Baugrund nicht zum höchsten Preisangebot, sondern nach dem besten Konzept.

Als es kürzlich in Freiham dennoch zu Problemen kam, weil die Grundstücke für die Genossenschaften einfach zu teuer wurden, haben wir nachgesteuert und Wege gefunden, die Preise weiter zu senken. Warum? Weil die städtischen Wohnungsgesellschaften und die Genossenschaften tatsächlich Wohnraum schaffen, den sich auch Krankenschwestern, Verkäuferinnen und Polizisten leisten können. Berufe, ohne die eine Stadt wie München nicht funktionieren kann und auf die alle Münchnerinnen und Münchner angewiesen sind.

In der Vereinigung Münchner Wohnungsunternehmen sind über 50 Gesellschaften und Genossenschaften zusammengeschlossen, die sich nicht am höchsten Profit und der maximalen Rendite, sondern am Allgemeinwohl orientieren. Bei diesen beträgt die aktuelle Durchschnittsmiete gerade einmal rund 7 Euro pro Quadratmeter. Auf dem sogenannten Freien Wohnungsmarkt sind wir schon bei über 20 Euro angekommen.

Hier im Prinz-Eugen-Park hat der Bauverein München-Haidhausen im Juli 2016 ein Grundstück von über 4.000 Quadratmetern mit einem Baurecht von rund 6.200 Quadratmetern Geschossfläche von der Landeshauptstadt München erworben. Hier entstehen insgesamt 69 Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen, davon 27 im bereits erwähnten konzeptionellen Mietwohnungsbau, 28 im München-Modell Genossenschaften (einer besonderen Förderungsform der Stadt) und 14 in der traditionelleren einkommensorientierten Förderung. Die Mieten im Neubau, dessen Richtfest wir heute feiern, werden in jedem Fall bezahlbar sein.

Aber nicht nur die normalen Wohnungen entstehen hier baut ja eine Genossenschaft. Daher gibt es einen Gemeinschaftsraum, einen Musikraum und natürlich die Tiefgarage. Es entsteht aber auch ein ganz besonderes Highlight, um das ich Sie heute schon beneide: Eine gemeinschaftliche große Dachterrasse mit einer Sommerküche angesichts des Wetters der letzten Wochen ein Traum.

Ich gratuliere Ihnen, lieber Aufsichtsrat und Vorstand des Bauvereins, ich gratuliere Ihnen, liebes Architekturbüro H2R, den fleißigen und kompetenten Handwerkern und Beschäftigten aus allen Gewerken, im Namen der Landeshauptstadt München aber auch ganz persönlich zum heutigen Richtfest.

Sie können zu Recht stolz darauf sein, was hier geschaffen wurde und noch geschaffen wird. Vor allem aber beglückwünsche ich heute schon alle zahllosen Interessentinnen und Interessenten für die neuen Wohnungen, die dann tatsächlich zum Zuge kommen und hier bezahlbar, dauerhaft und ohne Angst vor Entmietung im Prinz-Eugen-Park leben können.

Hier schließt sich übrigens auch der Kreis zwischen dem Namensgeber dieses gesamten Gebietes und den Genossenschaften. Prinz Eugen, obwohl er ein Feldherr war, hatte auch eine soziale Ader, und war bereits zu Lebzeiten sehr populär. Und er verstand es nicht nur zweckdienlich, sondern auch schön und innovativ zu bauen und lebenswerte Räume zu schaffen.

München wäre ohne das Engagement, das der Bauverein München-Haidhausen eG hier an den Tag gelegt hat deutlich ärmer.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Neues Wohnen im Prinz-Eugen-Park