Bettina Messinger SPD-Stadträtin in München   |   Sitemap   |   Impressum   |   Kontakt

Juli 2016

Gleichberechtigung auch an Baustellen

Auch an Baustellen braucht der Radverkehr seinen Platz

von Bettina Messinger, Radverkehrsbeauftragte der SPD-Stadtratsfraktion

Wer zurzeit aufmerksam durch die Stadt fährt, stellt fest, dass an allen Ecken und Enden repariert und gebaut wird. Baustellen in der Stadt sind nervig - egal ob man als Fußgänger, Autofahrer oder Radfahrer unterwegs ist. Trotzdem werden wir sie nicht vermeiden können, denn Renovierungen und Sanierungen an Häusern, Neubauten, Straßensanierungen und Verlegung von Fernwärme- oder Kommunikationsleitungen wird es immer geben. Sie sind auch notwendig, da eine funktionierende Infrastruktur mit zur Lebensqualität in unserer Stadt beiträgt.

Während aber ganz selbstverständlich alles unternommen wird, um Autofahrer und meistens auch Fußgänger möglichst sicher durch die Hindernisse zu leiten, werden Radlerinnen und Radler oft zu oft - "vergessen". Für mich ein Indiz dafür, dass Radfahren eben immer noch nicht als ein gleichwertiger Verkehr wie PKW oder öffentlicher Personennahverkehr in den Köpfen von Verwaltung und Politik präsent ist.

Wer von uns kennt es nicht, das plötzlich und unvermittelte Schild "Baustelle Radfahrer absteigen!", das Ende eines Radwegs im absoluten Nichts oder die Führung über eine viel zu hohe und durch nichts abgeschrägte Borsteinkante? Dies ist nicht nur nervig und kostet unnötig Kraft, es ist vor allem auch gefährlich: Baustellen gehören zu den Unfallschwerpunkten für Radlerinnen und Radler.

Radverkehr braucht wie für den Autoverkehr ganz selbstverständlich grundsätzlich eine befahrbare Führung im Baustellenbereich. Damit dies Realität wird, muss bereits im Rahmen der Beantragung einer verkehrsrechtlichen Anordnung verstärkt und gezielt darauf hingearbeitet werden. Das wird aber nicht ausreichen, nach meinem Eindruck wird bei der Baustellenabsicherung durch die jeweiligen Firmen äußerst schlampig gearbeitet, behördliche Auflagen oftmals nur als unverbindliche Anregungen aufgefasst. Deshalb braucht es auch verstärkte Kontrollen. Beides verkehrsrechtliche Anordnungen im Sinne des Radverkehrs und Kontrollen, dass diese auch eingehalten werden, habe ich als Radlbeauftragte der SPD-Stadtratsfraktion beantragt.

Ich begründe es auch mit dem Leitfaden "Baustellen" der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (München ist Gründungsmitglied!). Dort heißt es: "Dem Radverkehr soll das Passieren der Arbeitsstelle ohne abzusteigen ermöglicht werden, der Verkehrszeichenplan ist entsprechend zu erstellen. Entsprechend soll auch das Schild "Radfahrer absteigen" nicht verwendet werden. Ggf. ist eine Umleitung erforderlich."

abgedruckt im Newsletter des ADFC-München:
http://www.adfc-muenchen.de/aktuelles/adfc/ansicht/article/gleichberechtigung-auch-an-baustellen/