Bettina Messinger SPD-Stadträtin in München   |   Sitemap   |   Impressum   |   Kontakt

Juni 2016

Würdigeres Gedenken ans Oktoberfestattentat

Das Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980 soll den Münchnerinnen und Münchnern wieder präsenter werden. Deshalb regte ich zusammen mit meinen Stadtratskolleginnen Beatrix Zurek und Simone Burger im vergangenen Herbst mit einem Antrag konkrete Schritte an, damit die Erinnerung an den Anschlag wach gehalten und der Opfer in einem würdigen Rahmen gedacht werden kann. Heute hat sich der Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft mit unseren Vorschlägen beschäftigt und Verbesserungen beschlossen.

So soll die Gedenksäule für die Opfer auf allen städtischen Plänen und Übersichtskarten der Wiesn eingezeichnet werden.

Wie am Mahnmal selbst Erläuterungen zu dem Attentat angebracht werden können, wird in der sogenannten "AG Gedenktafel"geklärt.

Der Festring München e.V. will der Opfer des Anschlags außerdem künftig im Rahmen seines Konzertes in der St.-Pauls-Kirche gedenken, das am Sonntag vor der Wiesn stattfindet.

Und noch eine wichtige Neuregelung: Während der jährlichen Gedenkveranstaltung zum Jahrestag des Bombenattentats wird in Zukunft kein Lieferverkehr mehr zugelassen sein. Dieser hatte das Gedenken bislang gestört.

Noch immer ist die schreckliche Tat am 26.09.1980 nicht aufgeklärt. Bei dem Terroranschlag, der am Haupteingang des Oktoberfests verübt wurde, kamen 13 Menschen ums Leben, 211 wurden verletzt, 68 davon schwer. Unter den Toten war auch der Attentäter, der damals 21 Jahre alte Gundolf Köhler, Anhänger der rechtsextremen "Wehrsportgruppe Hoffmann".

Unsere Aufgabe ist es, das Gedenken an den 26. September 1980 lebendig zu halten und würdevoll zu gestalten.

München beschließt Straßennamen-Screening

"Benennung nach Rassisten unerträglich!"

Es gibt auch in München immer noch Straßen, die nach Antisemiten, Rassisten oder Nationalsozialisten benannt sind. Diese dunklen Flecken im Straßenregister der Stadt treten bislang eher zufällig zutage, wenn geschichtlich interessierte Münchnerinnen und Münchner darauf aufmerksam werden. Das ist für die Rathaus-SPD nicht weiter akzeptabel.

Doch wo ansetzen? Bislang gibt es keine Übersicht oder auch nur eine qualifizierte Einschätzung dazu, wie viele historisch belastete Straßennamen es in München gibt. Um das zu ändern, hat die SPD-Stadtratsfraktion im vorigen Juni in einem Antrag eine wissenschaftliche Untersuchung sowie Handlungsempfehlungen von Experten gefordert. Heute haben die Mitglieder des Verwaltungs- und Personalausschusses sowie des Kommunalausschusses genau das beschlossen: Das Stadtarchiv soll gemeinsam mit dem Geodaten-Service des Kommunalreferats eine fachliche Expertise samt Bestandsaufnahme erstellen, eine Datenbank anlegen und einen Vorschlag zum Umgang mit den historisch belasteten Straßennamen erarbeiten.

Fakt ist: Die nach 1945 erfolgte "Entnazifizierung" der Münchner Straßennamen war nicht lückenlos. Bis in die 1950er Jahre hinein wurden 200 Straßen umbenannt, eine Reihe von problematischen Namen fiel dabei aber durchs Raster. Auch nach 1950 hatten Verwaltung und Politik nicht immer eine glückliche Hand bei der Auswahl. Mit dem aktuell angewandten Verfahren zur Benennung von Straßen sind Fehler inzwischen aber unwahrscheinlich geworden.

SPD-Stadträtin Bettina Messinger, Sprecherin im Verwaltungs- und Personalausschuss, sagt:
"Dass es in unserer Stadt immer noch Straßen gibt, die die Namen von Rassisten und Hetzern tragen, ist unerträglich. München als frühere ,Hauptstadt der Bewegung' hat hier eine besondere Verantwortung. Da kann es nicht nur dem Zufall überlassen sein, ob ein problematischer Name bekannt wird oder nicht. Die Bestandsaufnahme, die nun erstellt wird, ist der erste Schritt. Zugleich werden wir einen Expertenrat dazu erhalten, wie wir mit den historischen Altlasten in unserem Straßenregister umgehen sollen. Wann ist eine Entnennung denkbar und wann ist sie zwingend notwendig? Unser Ziel ist ein souveräner und nachvollziehbarer Umgang mit dem Thema."

Seit 2007 sind in München fünf Straßen umbenannt worden, weil man zu dem Schluss kam, dass ihre Namensgeber eine Ehrung nicht verdient haben. Diese sind: von-Trotha-Straße (2007), Meiserstraße (2010), Leonhard-Moll-Bogen (2014), Paul-Lagarde-Straße (2014) und Friedrich-Berber-Weg (2015).